Wie ihr ja bereits wisst, war ich am 21.11.2015 bei Pavels Kreativworkshop zur Automobilfotografie in Neumarkt (Oberpfalz) im historischen Maybachmuseum. Angereist bin ich mit dem Zug, da der Bahnhof zu Fuß nur 3 Minuten vom Museum entfernt ist.

Der Plan des Tages war vormittags im Museum zu fotografieren und nachmittags ein Composing á la Pavel Kaplun mit einem eigenen Bild zu erstellen. Außerdem stand in der Beschreibung, dass ein Fahrzeug mit einer Hensel-Blitzanlage zu fotografieren ist.

Warum habe ich mir diesen Workshop gegönnt?

Nun ja, ich habe bereits einige Aufträge mit Fahrzeugen fotografiert und ich und vor allem die Kunden waren mit den Ergebnissen immer sehr zufrieden. Aber ich dachte mir, was ich mir bei sowas immer denke: Wenn ich hier nur eine Kleinigkeit mitnehmen kann, hat es sich gelohnt! Außerdem wusste ich ja, dass Pavels Kreativstudio nicht umsonst KREATIVstudio heißt. Der Name war und ist hier Programm….
Außerdem lag mir viel am Photoshop-Teil. Oft habe ich mich an Composings versucht, nur leider wollte es nie so recht klappen und hat mich auch nie so 100%ig überzeugt.

Im Prinzip wollte ich mir also Inspiration für meine eigenen Arbeiten holen und mir mehr Verständnis für Composings aneignen. Und ganz ehrlich: Gibt es denn einen besseren Lehrer für sowas als Pavel Kaplun und seinen Kollegen Miho?

Die Ankunft:

Erstmal sticht der ziemlich modern wirkende Bau ins Auge, nur leider habe ich keine Bilder davon gemacht. Darum verlinke ich einfach das Museum ganz am Ende des Beitrags 🙂
Im Seminarraum des Museums angekommen traf ich das erste Mal auf Pavel Kaplun und seinen Kollegen Miho. Beide wirkten vom ersten Moment an sehr sympathisch, entspannt und freundlich, was sicherlich auch dafür gesorgt hat, dass die Stimmung unter den Teilnehmern sehr ausgelassen war.
Nach dem ersten Kaffee (ich war um viertel vor 7 schon im ersten Zug gesessen, den hab ich also wirklich gebraucht) ging es direkt los ins Museum. Als erstes erklärte uns Pavel die Blitzanlage von Hensel, welche wir später noch alle an einem von ihm ausgewählten Fahrzeug benutzen durften. Danach fingen wir alle an zu fotografieren. Eine/r an der Anlage, der Rest verteilt in dem kleinen, aber feinen Museum.

Miho hat uns hierbei einiges gezeigt. Zum Beispiel habe ich immer eher gegen Spiegelungen „gekämpft“, anstatt sie bewusst ins Bild zu integrieren. Im Museum konnte man das herrvoragend ausprobieren, denn hier waren die Haupt-Lichtquellen symmetrisch und geradlinig über den Fahrzeugen angeordnete Oberlichter. Das sorgte für geniale Spiegelungen. Was noch dazu kam war, dass wir tatsächlich fast jedes Fahrzeug aufmachen und uns rein setzen und darin fotografieren durften. Richtig cool…

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Hier kann man im Bild sowohl die Oberlichter sehen, als auch die saubere Ausrichtung der Fahrzeuge. Das auf dem Bild sind übrigens die meisten Fahrzeuge. Sieht nach wenig aus, reicht aber vollkommen. Jedes einzelne Fahrzeug liefert genügend Material, da jedes einzelne seine ganz eigenen Details hat.

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Diese beiden Bilder hier zeigen, was man mit Spiegelungen machen kann, wenn man kreativ ist. Zugegeben, auf die Idee sie so ins Bild zu integrieren wäre ich wahrscheinlich lange nicht gekommen.

 

Mit den Bildern war es natürlich noch nicht genug. Denn wie gesagt bot jedes einzelne Fahrzeug einen unvergleichlichen Detailreichtum. Das war für mich richtig geil, denn eigentlich fotografierte ich bis dato fast nur moderne Fahrzeuge…
Jetzt spiele ich mit dem Gedanken mir einmal ein Shooting zu organisieren bei dem ein Oldtimer den Mittelpunkt einnimmt.

Zwischendrin wurde ich dann einmal zu Pavel gebeten, um mein ganz persönliches Material für das Composing zu fotografieren. Das Ergebnis:

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung
Und danach machten wir noch im Musem bis ca. 12:30 weiter. Hierzu auch nochmal ein paar Ergebnisse:

 

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Eines meiner Favoriten…

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Eine 4-stellige Fahrgestellnumer. Damals war die Welt halt noch in Ordnung…

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Auch hier macht sich die Spieglung richtig gut finde ich….

 

Gegen 12:30 gingen ein paar Teilnehmer und ich zu einem sehr unterhaltsamen Mittagessen in ein nahegelegenes Hotel.

Frisch gestärkt trafen wir uns alle wieder im Seminarraum des Museums und starteten durch mit Photoshop. Ich war zugegebenermaßen sehr gespannt….

Zuersteinmal wurde das Bild, welches wir gemacht haben ein wenig retuschiert und mit Camera-Raw angepasst. Anschließend stellten wir es mit dem Pfad-Werkzeug frei.

Der neue Hintergrund und Boden wurde einzeln mit Pavels Dateien erstellt. Hierbei haben wir einmal einen Fußboden und einen Himmel eingefügt. Die scharfen Kanten wurden mittels Verlauf in der Maske abgeschwächt und dann mit „Nebel“ überlagert. Der Nebel wurde erstellt in dem man eine rechteckige Auswahl über den Kanten erstellte, diese mit weißer Farbe füllte und stark weichzeichnete.

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Sieht doch schon ganz gut aus oder?

 

Fehlte nur noch das freigestellte Fahrzeug….

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Ok, irgendwas passt hier nicht….

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Ahaaaaa….. Schatten sind das Maß der Dinge. Und das auch wieder auf eine ganz einfache Weise: Auswahl erstellen mit dem Lasso-Werkzeug, dann eine Tonwertkorrektur mit eben dieser Auswahl erstellen und der Maske etwas weiche Kante geben. Fertig! Nur die Kernschatten nicht vergessen…

 

Fehlte nur noch ein bisschen Farblook, Scheinwerferlicht und Pavels Kran und fertig war das Composing….

 

Kreative Auomobilfotografie Pavel Kaplun Erfahrung

Das sieht doch schon recht gut aus oder?

Pünktlich um 17 Uhr endete der Workshop. Wir hatten alle ein Bild, ähnlich meinem und einen wunderbaren Tag hinter uns.

 

Fazit:

 

Da gibt es natürlich erst einmal die Frage zu beantworten: Haben sich Zeit und Kostenaufwand (1 Samstag, 250€ + Anreise + Verpflegung, abgesehen von Snacks, Kaffee und Kuchen) gelohnt?

-> Auf jeden Fall. Ich konnte für mich selbst so viel mitnehmen. Ich habe gelernt, wie man Spiegelungen integrieren kann und ich habe gelernt wie man sie vermeidet. Außerdem hatte ich die Gelegenheit mit einer HENSEL-Blitzanlage zu arbeiten und ich hab ein ganz eigenes, persönliches „Pavel-Composing“. Zudem hat mir das Erstellen des Bildes nicht nur viel Freude bereitet, sondern auch sehr erfolgreich mein Verständnis (Schatten, Kernschatten, Perspektiven, usw.) erweitert.

Und ganz nebenbei war es mir natürlich auch eine Ehre mit Pavel zu fotografieren und zu arbeiten.

 

Kurz gesagt, kann ich den Workshop tatsächlich jedem Autofreund empfehlen. Ich bin mir sicher, dass er euren Horizont in der Automobilfotografie ein ganzes Stück erweitern wird, ganz egal ob Anfänger oder fortgeschritten!

 

Ich werde jetzt nochmal das genau selbe Composing erstellen und ein bisschen üben!

 

Bis dann,

 

euer Karlheinz

 

PS: Fast hätte ich es vergessen: Der Link zum Maybach-Museum: http://www.automuseum-maybach.de/

 

Das hier verwendete Equipment:

Objektive:

Rucksack:

Speicherkarten:

Zusatzakkus:

und im Nachgang: